Samstag, 1. Juli 2017

Müttergedöns. Oder: Eigentlich wollte ich doch…


Hätte, hätte Fahrradkette.
Wenn das Wörtchen „wenn“ nicht wäre.
Würde, könnte, wollte…


Ich sag mal so.
Eines wollte ich auf jeden Fall definitiv: Irgendwann mal Mutter werden.
Aber im Zusammenhang damit gab es so viele Vorsätze, die sowas von in die Toilette gefallen sind, just in dem Moment wo man die Spültaste bestätigt hat.

1) Eigentlich wollte ich doch nie in Mütter Foren posten.

Verdammt! Und dann habe ich es doch getan. Zu Beginn der Schwangerschaft. Da war ich noch naiv, glaubte an das Gute im Menschen und stellte eine belanglose Frage. Ergebnis war, dass ich von einer Stampede von Übermüttern, die vermutlich gestern gerade das zwölfunddrölfste Kind rausgedrückt haben, überrannt und niedergemacht wurde.
Mein lieber Herr Gesangsverein. (Die Fragestellung war übrigens, ob man dem Arbeitgeber ggf. schon vor Beendigung der kritischen, 12. Woche über die Schwangerschaft unterrichten sollte. Holla, ich wusste ja nicht, dass ich mit solch einer Frage direkt den dritten Weltkrieg auslöse.)

2) Eigentlich wollte ich doch Sport treiben.

Haha! Sag das mal deinem Kopf, der gerade hauptsächlich damit beschäftigt ist dem Magen einzutrichtern, dass er jetzt endlich mal Ruhe geben soll und doch bitte das soeben zu sich genommene Essen, nicht wie ein trotziges Kind in die Ecke pfeffern möchte. Im Schatten dieses Zweikampfs, freut sich der innere Schweinehund und breitet sich so richtig gemütlich aus.

3) Eigentlich wollte ich doch eine taffe, Schwangere sein, die sich tapfer bis zum Beginn des Mutterschutzes ihrem Arbeitgeber bis zum letzten Atemzug zur Verfügung stellt.

Und dann merkt man plötzlich, wie leichtfertig man in den vergangenen Jahren mit Medikamenten jongliert hat. Hier ne Migräne Tablette, da Kortison, dort was gegen Übelkeit, hier was gegen Erkältung, etc. pp.
Alles von heute auf morgen TABU. Der Entzug kommt einen vor wie diese Szene aus Trainspotting wo Ewan McGregor in seinem Bett liegt und das Baby an der Zimmerdecke über ihm krabbelt.
Und so kommt es dann, dass man sich ohne entsprechende Drogen plötzlich mit akutem Nesselfieber und wässrigen Quaddeln am ganzen Körper in eine gallertartige Qualle verwandelt und außer auf dem Bett liegen und Atmen, nichts mehr zustande bekommt.
„Aber keine Sorge Chef… ich komm morgen schon wieder… ganz bestimmt! *röchel*“
(Man was hat meine Ärztin wieder herzlich gelacht)

4) Eigentlich wollte ich doch keine Mütter verprügeln, die mir die ganze Zeit davon erzählen wie toll es ihnen doch in der „Kugelzeit“ ging, und wie sehr sie es doch genossen haben schwanger zu sein.

Ok, noch hab ich mich zusammengerissen. Aber Freunde,... was nicht ist kann ja noch werden.

5) Eigentlich wollte ich doch so lange ich noch kann, sämtliche Partys der Umgebung stürmen.

Spätestens um 21:00 Uhr sagt mein Transportmittel namens Körper: „So, husch husch in die Falle.“
Nein, eigentlich sagt er es nicht. Er nimmt einfach einen klobigen Holzhammer und schlägt mir damit so fest auf die Birne, dass ich froh bin es überhaupt noch bis ins Bett zu schaffen.
Und immer dran denken: Red Bull verleiht zwar Flügel, aber wenn das eigene Kind nicht im Alter von 2 Jahren schon ein Trash und Speed Metal Fan werden soll, der seiner Lust 24h am Tag frönt, der sollte Energy Drinks in der Schwangerschaft tunlichst unterlassen.  

6) Eigentlich wollte ich doch keine gebrauchte Sachen kaufen.

...da ich aber kein Millionär bin und zudem seit einiger Zeit verstanden habe, dass die Asiaten einen perfiden Plan entwickeln und uns Europäer mit Chemieverseuchten Babyklamotten auslöschen wollen, greife ich doch gerne auf Sachen zurück, die den Chemiecocktail bereits in Waschmaschinen anderer Mütter versprüht haben.

7) Eigentlich wollte ich mich doch nicht in der Schwangerschaft beschweren.

Ganz ehrlich: Trotz Allem freue ich mich wahnsinnig. Verdammt, da sind lustige kleine Beinchen und Ärmchen in meinem Bauch drin. Die kitzeln einen von innen und sehen so drollig aus und sind einfach nur liebenswert und überhaupt… (hier bitte bunten Glitzer und Herzchen in den Augen einfügen. Ja, glaubt es oder nicht, aber es ist wirklich so!)

8) Eigentlich wollte ich doch nie über Baby und Müttergedöns bloggen.

…. Ach leck mich doch!

In diesem Sinne:

Stay Professional! (18. SSW)

...eigentlich wollte ich doch keine Bilder von der Plautze posten.



Kommentare:

  1. Glückwunsch, Süße. Ich freu mich für dich. Und glaub mir. Es wird besser. Dauert vielleicht ein bisschen(meine ersten acht Wochen waren auch blöd, und dann find der Diabetis an einzuknicken) aber es wird besser. Versprochen. :)

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